Dropbear 2025.89¶
- Homepage: https://matt.ucc.asn.au/dropbear/dropbear.html
- Manpage: https://linux.die.net/man/8/dropbear
- Changelog: https://matt.ucc.asn.au/dropbear/CHANGES
- Repository: https://github.com/mkj/dropbear
- Package: master/make/pkgs/dropbear/
- Steward: @fda77
"Dropbear is a relatively small SSH 2 server and client. [... ...]
Dropbear is particularly useful for "embedded"-type Linux (or other
Unix) systems, such as wireless routers."
http://matt.ucc.asn.au/dropbear/dropbear.html
Dropbear ist ein SSH Server und Client + SCP. Es gibt zwei Pakete:
dropbear Server, Client und scp - sowie ein auf den dropbear Server
beschränktes Paket. Dropbear wurde so modifiziert, dass nur root Logins
erlaubt sind.
Grundbegriffe¶
- SSH (Secure Shell): ermöglicht eine Verbindung zwischen zwei
Rechnern (als sichere Alternative zu z.B. telnet). Dabei baut ein
SSH-Client (z.B. PuTTY, OpenSSH, Dropbear) eine verschlüsselte
Verbindung zu einem SSH-Server (z.B. OpenSSH, Dropbear) nach einer
erfolgreichen Authentifizierung auf.
Die Howtos beziehen sich größtenteils auf 2 SSH-Clients: - SCP (Secure Copy): ermöglicht verschlüsselte Übertragung von
Dateien zwischen zwei Rechnern. Dabei baut ein SCP-Client (z.B.
PSCP, OpenSSH, Dropbear) eine verschlüsselte Verbindung zu einem
SCP-Server (z.B. OpenSSH, Dropbear) über SSH auf. -
Password-based Authentication: SSH-Verbindung kommt zustande,
nachdem sich der (SSH-)Client mit einem Passwort authentifiziert
hat. -
Public Key Authentication: SSH-Verbindung kommt zustande,
nachdem sich der (SSH-)Client mit einem Private Key (geheimen
Schlüssel) gegenüber einem auf dem (SSH-)Server abgelegten Public
Key (öffentlichen Schlüssel) authentifiziert hat. Ein Vorteil ist,
dass man zur Anmeldung kein Passwort mehr eingeben muss. -
Host-based Authentication: SSH definiert auch eine optionale
Host-basierte Authentifizierung. Diese wird jedoch selten verwendet
und von dropbear nicht unterstützt.
Web-Config¶
- Starttyp: wahlweise bei Systemstart (automatisch) oder
manuell -
Authorized keys: Liste bekannter Public Keys für die Public Key
Authentication. Entspricht in der Syntax und Funktion genau der
Datei~/.ssh/authorized_keysbei einer normalen Unix-Installation.
Weitere Details sind
hier
beschrieben. Das Format der Authorized keys im Web-GUI sollte (für
root) so aussehen (hier durch ... abgekürzt):
- Port des SSH-Servers (default: 22): Änderung des Standardports hat
zur Folge, dass bei SSH-Clients explizit der Port angegeben werden
muss. - Passwort Login: aktiviert oder deaktiviert Password-based
Authentication. Sollte deaktiviert werden, wenn Public Key
Authentication verwendet wird. - Zusätzliche Kommandozeilen-Optionen: Dropbear wird mit bestimmten
Optionen gestartet. Übersicht über Optionen mit
dropbear -?
SSH-Zugang mit Passwort (Password-based Authentication)¶
Das ist die Standardeinstellung im Dropbear. Ohne weitere Einstellungen
kann die Fritzbox folgendermaßen über SSH erreicht werden:
Zugang mit OpenSSH¶
Zugang mit Putty¶
- Einstellungen setzen
Session/HostName:fritz.box
Session/Port: 22(bzw. die Einstellung unter Pakete →
Dropbear)
Session/Protocol: SSH
Connection/Data/Auto-login username: root - Einstellungen speichern (optional)
bei Session → Saved Sessions beliebigen Namen (z.B. fritzbox
ssh) eingeben und Save drücken. Ab sofort kann dann per
Doppelklick auf den Namen die Verbindung aufgebaut werden (oder die
Einstellungen mit Load geladen werden) - Open
root@fritz.box's password: fritzbox
Wichtig: Bei den neuen freetz Paketen ist das Standard root Passwort
nicht mehr fritzbox, sondern freetz und muss nach dem ersten Einloggen
geändert werden.
SSH-Zugang ohne Passwort (Public Key Authentication)¶
Zugang mit OpenSSH¶
ssh-keygen, alle Abfragen mit Enter bestätigencat ~/.ssh/id_rsa.pub- Ausgabe von
catkopieren
Vorsicht: Je nach verwendeter Kommandozeile können Zeilenumbrüche
mitkopiert werden, welche mit Hilfe eines Editors (Key in Editor
kopieren, Zeilenumbrüche entfernen, Key wieder kopieren) entfernt
werden sollten. - Webinterface von Freetz öffnen, nach Einstellungen → Authorized
keys wechseln - vorher kopierten Key einfügen, Übernehmen
- nun sind die serverseitigen Einstellungen abgeschlossen. Es gibt nun
2 Möglichkeiten zum Einloggen:- [Zugang vom selben PC und User, unter dem
ssh-keygen
ausgeführt worden ist]
ssh root@fritz.box - [Zugang von anderen PC oder User als
ssh-keygenausgeführt
worden ist]
Wurdessh-keygenals user1@pc1 ausgeführt, man möchte jetzt
jedoch als user2@pc2 Zugang über SSH auf die Fritzbox
erhalten, liegt das Problem darin, dass Dropbear user2@pc2
nicht kennen kann. Deshalb braucht user2 einen Ausweis, den
ssh-keygenstandardmäßig im Heimatverzeichnis von user1
~/.ssh/id_rsaablegt und user2 zugänglich gemacht werden muss.
id_rsakann dann beliebig umbenannt werden. Zum Einloggen über
SSH auf die Fritzbox kann nun über
ssh -i PfadZumIdentityFile root@fritz.boxerfolgen (z.B.
ssh -i id_rsa root@fritz.box).
Soll es jedoch genauso einfach gehen wie für user1@pc1, muss
einfach nur für jede Konstellation (user1@pc2, user2@pc1,
...) ssh-keygen genutzt werden um neue Schlüsselpaare zu
erzeugen. Die öffentlichen Schlüssel davon (i.d.R.id_rsa.pub)
sind dann wieder in Freetz einzutragen. Jeder Schlüssel in eine
eigene Zeile. Es können quasi unendlich viele Schlüssel
aufgelistet werden.
- [Zugang vom selben PC und User, unter dem
Zugang mit Putty¶
puttygenstarten- Key/Generate Key Pair
- Maus über die leere Fläche bewegen
- aus der Box Public Key for pasting into ... Key komplett kopieren
- Save Private Key, Warnung übergehen und in einem beliebigem
Verzeichnis mit beliebigem Namen speichern - Freetz Webinterface öffnen, nach Einstellungen → Authorized keys
wechseln - vorher kopierten Key einfügen, Übernehmen
puttystarten- Einstellungen setzen
Session/Host Name: fritz.box
Session/Port: 22 (bzw. die Einstellung unter Pakete, Dropbear)
Session/Protocol: SSH
Connection/Data/Auto-login username: root
Connection/SSH/Auth/Private key file for authentication: Pfad zum
vorher gespeichertem Private Key - Einstellungen speichern (optional)
bei Session → Saved Sessions beliebigen Namen (z.B. fritzbox
ssh) eingeben und Save drücken. Ab sofort kann dann per
Doppelklick auf den Namen die Verbindung aufgebaut werden (oder die
Einstellungen mit Load geladen werden) - Open
Zugang zur Fritzbox von außerhalb¶
Um den SSH-Port von außen zu erreichen muß "lediglich" eine
Portweiterleitung eingerichtet werden. Leider verbietet mittlerweile das
AVM-Webinterface eine Weiterleitung auf die Box selbst. Es gibt aber ein
CGI-Paket namens AVM-Firewall, welches diese Restriktionen nicht hat:
- Paket CGI/AVM-Firewall mitinstallieren
- im Menüpunkt AVM-Firewall im Freetz-Webinterface unter Ansicht
"Port Forwarding" auswählen - netterweise ist das was wir wollen schon voreingestellt: tcp
0.0.0.0:22 0.0.0.0:22, also ein Forwarding von Port 22 auf Port 22 - die Buttons Hinzufügen und dann Übernehmen anklicken
- den dsld, unter AVM-Dienste zu finden, neustarten
Es kann Sinn machen Dropbear auf anderen Ports lauschen zu lassen, z.B.
um aus restriktiven Netzen herauszukommen. Dafür bieten sich Port
80(HTTP) und 443(HTTPS) an, da diese am notwendigsten sind. Wenn die
auch zu sind, ist Port 53(DNS) noch einen Versuch wert. Es können
alternativ oder zusätzlich zur obrigen Regel noch weitere für andere
Ports hinzugefügt werden. Hierzu den gewünschten Port in die obere,
etwas unglücklich, mit "(Start-)Port" Beschriftete Box eintragen.
Zugang zum Webinterface der Fritzbox oder anderen Diensten im Heimnetz von außerhalb (z.B. hinter einem Proxy)¶
Achtung, das Tunneln durch Proxies in Firmennetzen kann u.a. zur
Abmahnung oder sogar zur Kündigung führen. Entsprechende
Betriebsvereinbarungen bzw. Vertragsbestandteile sind unbedingt zu
berücksichtigen. Das Befolgen dieser Tipps erfolgt auf eigene Gefahr!
Wer von unterwegs Zugriff auf die Freetz-Oberfläche (Freetz-GUI) bzw.
die AVM-Oberfläche (AVM-GUI) benötigt, kann dafür ebenfalls PuTTY
verwenden (analog auch andere SSH-Tools).
In Putty trägt man unter Proxy den Proxy ein. Unter Tunnels folgendes
(für das Freetz-GUI):
Source Port: 1081 {ein beliebiger, freier, lokaler Port}
Destination: 192.168.178.1:81 {die IP der Box im LAN)
Nach dem Hinzufügen erscheint im PuTTY-Fenster unter "Forwarded
Ports":
Entsprechend kann man sich das für das AVM-GUI (Port 80) einrichten:
Source Port: 1080 {ein beliebiger, freier, lokaler Port}
Destination: 192.168.178.1:80 {die IP der Box im LAN)
Nach dem Starten der SSH-Session und dem Login ruft man dann das
Freetz-GUI so auf:
... und das AVM-GUI so:
Anmerkung:
Damit der Zugriff auf das AVM-GUI (Port 80) funktioniert, muss man den
Referer unterbinden. Unter Firefox ist dazu der Wert für
network.http.sendRefererHeader
unter about:config auf 0 (Null) zu setzen. Inwieweit dies auch für das
Freetz-GUI (Port 81) nötig ist, müsste noch ausgiebiger getestet werden.
Wer den Referer nicht benötigt, schaltet ihn wie oben beschrieben besser
ab.
Es lassen sich auch Weiterleitungen auf beliebige Maschinen und Dienste
im Lan schalten. Z.B. Remotedesktopverbindung für eine Maschine im LAN:
Source Port: 3399 {ein beliebiger, freier, lokaler Port}
Destination: 192.168.178.21:3389 (die IP der gewünschten Maschine im LAN; statische DHCP-Leases sind hier vorteilhaft)
im Remotedesktopclient dann:
Noch mehr Spass bereitet die Tunneloption "Dynamic": Hier muss nur
noch der lokale, frei wählbare Quellport (z.B. 8888) angegeben werden.
Solange die SSH-Session offen ist, steht dann ein SOCKS-Proxy auf dem
angegebenen Port. Wenn man den Browser oder andere Programme mit diesem
Proxy konfiguriert (localhost:8888 in diesem Beispiel), lässt sich so
der gesamte Netzverkehr durch den Tunnel schieben. Das wird durch den
geringen Upstream üblicher DSL-Anschlüsse zwar etwas langsam, führt den
Netzverkehr aber sicher aus einem unsicheren Netz wie z.B. einem freien
WLAN heraus.
Zugang zu anderen Rechnern mit der Fritzbox¶
Anmerkung: In der folgenden Beschreibung wird der Host-Key, der für
den Server benötigt wird, gleichzeitig als Benutzer-Key (für den
Benutzer root) genutzt. Üblicher wäre es, dafür einen eignen
Benutzer-Key anzulegen.
Freetz legt automatisch beim ersten Systemstart einen RSA und DSS
private key für die Fritzbox an. Diese liegen in /var/mod/etc/ssh/ in
dss_host_key und rsa_host_key (als symlinks zu /tmp/flash). Um nun
auf einen anderen Rechner per public Key authentication zugreifen zu
können, ist erst einmal der public Key nötig, den man mit
# dropbearkey -f /tmp/flash/rsa_host_key -y zB für den RSA key, auf
dem Terminal ausgegeben bekommt. Diesen dann in die authorized_keys
Datei des anderen Rechners kopieren, wie es bei SSH üblich ist.
Der nachfolgende Befehl kopiert den RSA key auf das Remote-System mit
der IP 192.168.178.2 für den User:user01 in die Datei
~/.ssh/authorized_keys
# dropbearkey -f /tmp/flash/rsa_host_key -y | ssh user01@192.168.178.2 'umask 077; cat >> .ssh/authorized_keys'
Für einen Login ohne Passwort Angabe, muss das Keyfile wie im Beispiel
als Parameter angegeben werden.
Dies liefert dann einen passwortlosen Login auf 'machine' wenn dort
vorher der public key hin kopiert wurde.
mögliche Anwendung von ssh¶
- Ausführen eines auf der Fritzbox abgelegten Skriptes
ssh root@fritz.box [command]bzw.
ssh -i identityfile root@fritz.box [command](z.B.
ssh root@fritz.box '/var/tmp/flash/testscript.sh'zum Ausführen
von/var/tmp/flash/testscript.sh)
mögliche Probleme¶
- Sollte die Verbindung nach korrekter Passwortangabe auf Modellen mit
4MB Flash Speicher abbrechen und auch Telnet Login scheitern ist es
wahrschinlich das das Kernel ohne pty devices gebaut ist. Hier hilft
die Aktivierung des Menüpunktes Replace Kernel. Getestet mit FBF
5140 FW 43.04.67-freetz-1.1.3. - folgende Fehlermeldung nach Anmeldung mit
ssh root@fritz.box:
Permission denied (publickey).
Falls man sich mit einem Passwort einloggen möchte, muss
Password-Based Authentication aktiviert sein, was unter dem
Menüpunkt Pakete → Dropbear unter Passwort Login, Aktiviert
einstellen kann. - folgende Warnung nach Anmeldung mit
ssh root@fritz.box: [br]
The authenticity of host 'fritz.box (<deine Fritzbox IP>)' can't be established.[[BR?]
RSA key fingerprint is XX:XX:...:XX:XX.
Are you sure you want to continue connecting (yes/no)?
Einfach mit yes bestätigen. Wird genau dann gefragt, wenn man sich
zum ersten Mal mit dem User auf die Fritzbox verbindet (bzw. der
Host in ~/.ssh/known_hosts nicht bekannt ist). -
folgende Warnung nach Anmeldung mit ssh root@...:
Text Only@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@ @ WARNING: REMOTE HOST IDENTIFICATION HAS CHANGED! @ @@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@ IT IS POSSIBLE THAT SOMEONE IS DOING SOMETHING NASTY! Someone could be eavesdropping on you right now (man-in-the-middle attack)! It is also possible that the RSA host key has just been changed. The fingerprint for the RSA key sent by the remote host is XX:XX:...:XX:XX. Please contact your system administrator. Add correct host key in ~/.ssh/known_hosts to get rid of this message. ...Einfach die ~/.ssh/known_hosts löschen (wird automatisch neu
angelegt), oder die ~/.ssh/known_hosts öffnen und entsprechende
Zeile, wo fritz.box erwähnt wird, löschen. Beim nächsten
Verbindungsversuch erscheint die oben erwähnte Warnung über eine
Unsicherheit über die Authentizität des Hosts, einfach mit yes
bestätigen.
Verbindungsaufbau beschleunigen¶
Wem der Aufbau einer Verbindung zu Dropbear nicht schnell genug geht,
hier ein paar Tipps: (Bei meiner Fritzbox 7050 hat es in letzter Zeit 5
bis 6 Sekunden gedauert; Hauptursache sind laut einigen Einträgen auf
der Dropbear-Mailingliste wohl die aufwendigen Berechnungen bei
Schlüsselaustausch.)
- Nutzt man OpenSSH als Client, gibt es die Möglichkeit, eine
bestehende Verbindung für weitere Zugriffe (ssh, scp) zu nutzen:
Siehe die Optionen ControlMaster, ControlPath, ControlPersist;
http://www.debian-administration.org/articles/290
- In
/etc/profilewird die Datei/etc/init.d/rc.confgelesen, was
recht lange dauert. Als Alternative kann man deren Cache-Version
/var/env.cachelesen, die inrc.moderstellt wird.
Mit diesen beiden Maßnahmen verbinde ich mich nun (beim zweiten bis
n-ten Mal) in Sekundenbruchteilen mit meiner Fritzbox.
