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Freetz Build-Prozeß

Vorwort und Motivation

In den HowTos gibt es einige wichtige
Informationen darüber, was man mit Make-Targets wie
menuconfig, toolchain,
precompiled, recover usw. erreichen kann beim Bau einer
Freetz-Firmware. Trotzdem gibt es im Forum regelmäßig eine Menge
Fragen zum Build-Prozess - meistens, wenn der Prozess nicht durchläuft
und der betreffende Benutzer nicht weiß, woran das liegt. Der Grund ist
meistens, dass es sich um einen unerfahrenen Benutzer handelt, der mit
GNU make keine
Erfahrung hat, weil er erstens nicht C/C++-Programmierer ist und/oder
zweitens bereits die Linux-Kommandozeile per se ein Buch mit sieben
Siegeln für ihn ist. Zumindest Ersteres trifft auf mich auch zu, und
deshalb habe ich mich mal oberflächlich eingelesen, um das Makefile
von Freetz besser (oder überhaupt) zu verstehen. Das Ergebnis meiner
Arbeit dokumentiere ich hier.

Die Probleme der Hilfesuchenden im Forum hören nämlich nicht damit auf,
dass der Build manchmal hängen bleibt. Da viele Fragen aus Sicht der
Cracks "dumm" klingen, sich häufig wiederholen - nicht jeder ist
geschickt darin, die Suchfunktion des Forums oder Google zu benutzen,
manche sind auch einfach zu faul - und somit manchen Profis lästig sind,
fallen die Antworten entsprechend kurz aus, was wiederum zu Rückfragen
und mehr "Müll" im Forum führt. Wenn dann der Hilfesuchende die
Ursache des Problems beseitigt hat (Linux-Package nachinstalliert,
richtige Option in make menuconfig an-/abgewählt, Patch installiert),
bekommt er oftmals den Build trotzdem nicht mehr ans Laufen, weil die
Abhängigkeiten nicht hunderprozentig sauber gepflegt sind und er
zunächst nochmal ein xy-clean und/oder xy-precompiled aufrufen
müsste, ihm das aber keiner gesagt hat, weil es auch schwer
vorherzusehen ist.

Der Traum vom perfekten Makefile, das bei jeder Dateiänderung genau
das tut, was minimal zu tun wäre, um das aktuelle Target zu bauen, ist
grundsätzlich erreichbar, bei uns aber nicht realisiert. Obwohl man
sagen muss, daß der Freetz Make-Prozess schon relativ gut ist - nur
eben nicht idiotensicher. Das war wohl auch nicht das Ziel, denn ein
"Idiot" sollte keine Firmware für seinen DSL-Router bauen wollen.
Andererseits ist es aber auch gut für unsere Gemeinschaft, wenn neuen
Mitgliedern die Lernkurve etwas angenehmer gestaltet wird. Es ergibt
keinen Sinn, dass jeder das Rad neu erfindet und sich alles selbst
erarbeitet, nur weil andere das früher hatten tun müssen.

Grundsätzliches

Basis dieser Dokumentation ist Freetz-1.1.4. Da es inzwischen neuere
Freetz-Versionen gibt wird an einige Stellen auf Abweichungen
hingewiesen.

Was tut make?

Das würde hier wirklich den Rahmen sprengen, daher nur ein paar Links.
Sich einzulesen, lohnt sich - Bildung ist nie umsonst:

Woraus besteht Freetz?

Die modifizierte Firmware wird zusammengebaut aus mehreren Komponenten:

  • Original-Firmware, bestehend aus Linux-Kernel und -Dateisystem.
    Sie bildet die Basis und das Grundgerüst für den Mod.
    Fälschlicherweise wird von vielen Einsteigern angenommen, die
    Original-Firmware werde weggeworfen und komplett durch etwas
    Selbstgebautes ersetzt. Dem ist nicht so. Viele wichtige
    Bestandteile werden übernommen, wie sie sind und um neue Funktionen
    ergänzt bzw. Einzelteile gezielt ausgetauscht. Wichtige Bestandteile
    der Original-FW sind
    • Kernel (früher 2.4, aktuell 2.6). Für Daniels Mod konnte ein
      2.4er Kernel übernommen werden, für Freetz muß er durch einen
      selbst gebauten 2.6er ersetzt werden. Nimmt man als Basis eine
      Original-FW mit 2.6er Kernel, kann man diesen übernehmen oder
      wahlweise ebenfalls ersetzen.
    • Dateisystem mit Standard-UNIX-Tools und AVM-spezifischen
      Werkzeugen (z.B. Web-Oberfläche). Wird (fast) unverändert
      übernommen mit einer wichtigen Ausnahme (siehe nächster Punkt).
    • Busybox: Sammlung der wichtigsten Kommandozeilenwerkzeuge,
      optimiert für Embedded-Systeme und enthalten in einer einzigen
      ausführbaren Datei. Die einzelnen Werkzeuge werden über
      symbolische Links auf die
      Busybox
      als scheinbar eigenständige Namen realisiert.

Freetz selbst präsentiert sich nach dem Auspacken des entsprechenden
Archivs (z.B. freetz-1.1.4.tar.bz2) entsprechend der folgenden
alphabetisch, nicht nach Wichtigkeit, sortierten Liste. (Die
Unterverzeichnisse build, packages, source werden erst beim ersten
Make-Lauf erzeugt.)

  • Root-Verzeichnis: Hier befinden sich einige
    Konfigurationsdateien (später mehr dazu) sowie Change-Log, Firmwares
    und Read-Me. Desweiteren gibt es diverse Unterverzeichnisse:
    • addon: Hierhin werden statische und (theoretisch)
      dynamische Packages (bereits kompiliert) entpackt, die mit ins
      Dateisystem der Firmware sollen und über den "Lieferumfang"
      des Standard-Mods hinausgehen.
    • build: Nach build/original wird das
      Original-Firmware-Image entpackt. Die drei Einzelbestandteile
      liegen dann wiederum in den Unterverzeichnissen kernel
      (Linux-Kernel), filesystem (Root-Dateisystem) und firmware
      (im Firmware-Image auf oberster Ebene enthaltene, zu dessen
      Installation notwendige Werkzeuge). Diese Bestandteile werden,
      wie bereits erwähnt, verwebt mit den generierten Bestandteilen
      (Kernel, Busybox, Packages, Sonstiges) und in einer parallelen
      Verzeichnisstruktur build/modified gespeichert. Von dort
      wiederum werden sie geholt, um letztendlich das Firmware-Image
      mit Tar zusammenzupacken.
    • busybox: Ablageort der neu gebauten Busybox für den Mod
      (ab Freetz-1.2 unter
      packages/target-mips(el)_uClbic-$(uClibc-Version)/busybox zu
      finden)
    • dl: Downloads von Quell-
      und Binärpaketen für Toolchain und Mod. Die Webinterfaces zu den
      Paketen sind bis auf wenige Ausnahmen direkt im Mod enthalten,
      andere Dateien werden während des Builds aus dem Internet
      mittels wget nachgeladen.
    • favicon: Hier liegen (momentan) zwei kleine Sätze von
      Favicons, die man über make menuconfig auswählen kann, um das
      Web-Interface von Freetz mit hübschen kleinen Icons im Browser
      zu versehen (werden angezeigt in der Adreßzeile und bei den
      Favoriten).
    • howtos: ein paar deutsche und englische Kurzanleitungen
      zum Bauen des Mods bzw. eigener Erweiterungen.
    • kernel: Ablageort des neu gebauten Linux-Kernels und
      dessen Modulen für den Mod
    • make: Pro Package liegen hier die Include-Files und
      Konfigurationsdaten für das "große" Makefile im
      Wurzelverzeichnis, sowie die Startskripte, cgi-Dateien und
      sonstige zum Paket gehörigen Files. Die Konfigurationsdaten
      enthalten auch die Versionsnummern der nach dl
      herunterzuladenden Pakete.
    • packages: Hierhin werden die gebauten Packages abgelegt.
      In einem Unterverzeichnis pro Paket (wie unter make) liegen
      dann die entsprechenden Binär- und Konfigurationsdaten, welche
      ins Dateisystem eingewebt werden - zu bewundern unter
      build/modified, vgl. voriger Punkt. (ab Freetz-1.2 kommt unter
      packages/ eine weitere Verzeichnis-Ebene hinzu; diese trennt
      nach big oder little endian und uClibc-Version)
    • patches: Patches, welche nach dem Entpacken in die Sourcen
      eingearbeitet werden, je nachdem, welche Hardware und/oder
      Konfigurationseinstellung man verwendet.
    • root: Abbild des (Root-)Dateisystems der späteren
      Firmware. Hier liegen Webseiten, Startskripte,
      Konfigurationsdaten usw.. Sie werden beim Bauen der Firmware mit
      den Originaldaten und weiteren erzeugten Dateien (z.B. Kernel,
      Busybox) zu einem kompletten Image verwoben.
      • Freetz-1.2: Das Verzeichnis wurde nach make/mod/files/root
        verschoben, um eine Vereinheitlichung zu erreichen.
    • source: Hierhin werden sämtliche Quelltexte für Toolchain,
      AVM-GPL-Paket, Tools, Packages, Busybox und Kernel entpackt, um
      anschließend die entsprechenden Build-Prozesse darüber laufen
      lassen zu können.
      • Freetz-1.2: Um eine bessere Trennung zu erreichen und
        unnötige make dircleans zu vermeiden werden die Sourcen
        wie folgt aufgetrennt:
        • host-tools: Hierin werden die Tools (busybox,
          mksquashfs, fakeroot usw.) für den Host gebaut.
        • kernel: Kernelsourcen
        • target-mips(el)_uClibc-$(uClibc-Version): Hier
          werden die ausgewählten Pakete entpackt und gebaut.
        • toolchain-mips(el)_gcc-$(GCC-Version)_uClibc-$(uClibc-Version):
          Toolchain Sourcen und Build. Enthält abhängig von der
          menuconfig-Auswahl binutils, ccache, gcc, gdb, uClibc,
          libtool.
    • toolchain: Nach dem Entpacken des Mods liegen hier die
      Makefile-Includes für das Bauen der Toolchains. Eine Toolchain
      i.a. ist eine Sammlung von Werkzeugen, welche notwendig sind, um
      Software zu bauen und enthalten z.B. Compiler und Linker. In
      unserem Fall gibt es zwei separate Toolchains für das Bauen des
      Kernels zum einen (gcc-3.4.6) und der übrigen Targets zum
      anderen (gcc-4.2.1-uClibc-0.9.28/0.9.29). In entsprechende
      Unterverzeichnisse werden die Toolchains dann auch übersetzt.
      Das Bauen der Toolchains ist optional, da es vorkompilierte
      Versionen zum Download gibt.
      Abhängig von der Geschwindigkeit des Hosts kann der Toolchain
      Bau zwischen 20 - 60 Minuten dauern.
      • Freetz-1.2: Die GCC-Versionen wurden auf einen aktuellen
        Stand gebracht (gcc-4.4.6, gcc-4.5.3 und gcc-4.6.0).
    • tools: Hier liegen weitere Werkzeuge bzw. deren
      Makefile-Includes, welche zum Bauen der Firmware-Images bzw.
      für make recover notwendig sind. Mit den Werkzeugen werden
      z.B. die Original-Firmwares entpackt (SquashFS-Dateisystem) und
      die späteren Mod-Images nach dem Einweben aller Bestandteile
      wieder zusammen geschnürt. Eine ältere tar-Version (15.1), die
      mit den in den Original-Firmwares enthaltenen Entpackern
      kompatible Firmware-Archive erzeugt, gehört neben anderen
      Helferlein ebenfalls dazu.
      • Freetz-1.2: Das tar-Paket wird nicht mehr als Tool gebaut.
        Es wird abhängig von der Aufgabe das Host-tar oder
        busybox-tar verwendet.

Ablauf des Build-Prozesses

Es dürfte allgemein bekannt sein, daß die drei wichtigsten Make-Targets
- in dieser Reihenfolge aufzurufen - lauten:

  • make menuconfig - interaktiv Pakete zusammenstellen, zusätzliche
    Bibliotheken auswählen, Konfiguration speichern
  • make - Tools bauen, Toolchains bauen (sofern kein externer
    Compiler ausgewählt wurde), danach Bibliotheken, Linux-Kernel und
    Packages bauen, abschließen Firmware bauen.

Daneben gibt es eine beträchtliche Anzahl weiterer
Make-Targets,
die teilweise nicht direkt im Makefile sichtbar sind, sondern durch
automatisierte Ersetzungsvorgänge erzeugt werden. Das hat den Vorteil,
daß es z.B. pro Package jeweils die gleichen Sub-Targets gibt und man
somit immer die Möglichkeit hat, durch einen Make-Aufruf direkt
Einfluß auf einzelne Pakete zu nehmen (z.B. aufräumen, nochmal neu
übersetzen). Wenn also make precompiled beispielsweise im Paket
mc hängen geblieben ist, weil ein
zum Bauen notwendiges Linux-Paket in unserer Distribution gefehlt hat,
das wir erst noch per Paketmanager installieren mussten, kann es sein,
dass ein erneuter Aufruf des globalen precompiled anschließend
trotzdem nicht durchläuft, weil es Inkonsistenzen im Package-Build gibt.
Da hilft dann meistens eine Sequenz wie make <Paket>-clean,
make <Paket>-precompiled, also z.B. mc-clean und mc-precompiled.
Wie die Pakete heißen, sieht man an den Namen der Unterverzeichnisse im
Verzeichnis make.

Include-Kette

Es gibt generell zwei Arten, Make für hierarchisch strukturierte
Builds zu benutzen. Die eine, althergebrachte, geht von einem Makefile
im Hauptverzeichnis und jeweils einem weiteren Makefile pro
Unterverzeichnis aus. Daß dies keine gute Idee ist, wird in
Recursive Make Considered
Harmful

überzeugend dargelegt. Die gute Nachricht ist: Freetz verwendet die
zweite Methode, und zwar Include-Dateien in den Unterverzeichnissen.
D.h., das Makefile lädt die für das aktuelle Target notwendigen
Includes dynamisch nach und erzeugt so ein einziges, großes, virtuelles
Makefile, welches dann abgearbeitet wird. Das ist schön, führt aber
dazu, daß wir im Makefile sehen, wie Dinge aufgerufen und abgearbeitet
werden, deren Herkunft nicht ganz so leicht festzustellen ist, wenn man
sich nicht im Detail die Verzeichnisstruktur ansieht. Ich versuche hier,
das ein wenig transparenter zu machen.

  • Zunächst inkludiert das Makefile die Konfigurationsdatei .config
    im Hauptverzeichnis. Sie wiederum enthält die in make menuconfig
    festgelegten Optionen für die Zusammenstellung des Firmware-Images.
    Damit wird schon klar, weshalb wir make menuconfig immer als
    erstes aufrufen sollten. Die Datei existiert übrigens direkt nach
    dem Auspacken des Mod-Archivs auch noch gar nicht. Ausnahme für den
    Include: Sofern wir nur Targets aus der Gruppe menuconfig, config,
    oldconfig, defconfig, tools
    bauen wollen, erfolgt kein Include an
    dieser Stelle, da diese Targets ihn nicht benötigen.
  • Etwas später erfolgt das Inkludieren von tools/make/Makefile.in
    sowie tools/make/*.mk, was dazu führt, daß die einzelnen
    Tool-Targets (find-squashfs, lzma, squashfs, tichksum, makedevs,
    fakeroot
    ) der Variablen TOOLS hinzugefügt werden. Anschließend
    wird pro Tool-Target noch eine Liste von Sub-Targets erzeugt:
    • \<tool>: Baut das Tool.
    • \<tool>-source: Packt die Quelldateien aus, damit
      anschließend das Tool gebaut werden kann.
    • \<tool>-clean: Ruft im Tool-Unterverzeichnis das eigene
      Makefile des Tools mit make clean auf. Das Target clean
      löscht meistens sämtliche generierten Dateien und Verzeichnisse,
      um anschließend sauber neu aufsetzen zu können.
    • \<tool>-dirclean: Löscht das gesamte
      Tool-Unterverzeichnis. Das ist praktisch, wenn man eine neuere
      Version auspacken und die alte vorher komplett wegräumen möchte.
    • \<tool>-distclean: Löscht im Tool-Unterverzeichnis das
      Distributions-Verzeichnis, in dem die gebauten Dateien
      installationsfertig liegen.
  • Jetzt ist .config.cmd dran. Dadurch werden rekursiv
    Konfigurations-Schalter diverser Pakete eingelesen, die später dem
    Build zur Verfügung stehen.
  • Richtig rund geht es jetzt, denn include make/pkgs/Makefile.in,
    make/pkgs/*/Makefile.in, make/toolchain/Makefile.in und die
    entsprechenden *.mk-Dateien sorgen für noch mehr
    Informationen im virtuellen Makefile. Anschließend haben wir,
    analog zu den Tools oben, folgende Targets zur Verfügung, die sich
    in die Gruppen TARGETS, PACKAGES, LIBS, TOOLCHAIN aufteilen:
    • \<target>-precompiled: Baut ein Target, das nicht zu
      einem Package, zur Gruppe der Bibliothekten-Targets oder zur
      Toolchain gehört. Darunter fallen z.B. der Linux-Kernel, der
      CGI-Mod (Web-Oberfläche von Freetz), die Busybox, das CGI-Tool
      Haserl (momentan kein Package), iptables sowie die
      AVM-GPL-Quellen.
      • Freetz-1.2: Zu den Targets zählen nur noch der Kernel sowie
        die Busybox.
    • \<target>-source: Packt die Quelldateien aus, damit
      anschließend das Target gebaut werden kann.
    • \<target>-clean: Ruft im Target-Unterverzeichnis das
      eigene Makefile des Targets mit make clean auf. Das Target
      clean löscht meistens sämtliche generierten Dateien und
      Verzeichnisse, um anschließend sauber neu aufsetzen zu können.
    • \<target>-dirclean: Löscht das gesamte
      Target-Unterverzeichnis. Das ist praktisch, wenn man eine neuere
      Version auspacken und die alte vorher komplett wegräumen möchte.
    • \<package>-precompiled: Baut ein Package.
    • \<package>-source: Packt die Quelldateien aus, damit
      anschließend das Package gebaut werden kann.
    • \<package>-clean: Ruft im Package-Unterverzeichnis das
      eigene Makefile des Packages mit make clean auf. Das Target
      clean löscht meistens sämtliche generierten Dateien und
      Verzeichnisse, um anschließend sauber neu aufsetzen zu können.
    • \<package>-dirclean: Löscht das gesamte
      Package-Unterverzeichnis. Das ist praktisch, wenn man eine
      neuere Version auspacken und die alte vorher komplett wegräumen
      möchte.
    • \<package>-list: Fügt das Package entweder der Liste der
      statischen oder der dynamischen Pakete hinzu.
    • \<lib>-precompiled: Baut eine Bibliothek, z.B. ncurses,
      libgcrypt, openSSL.
    • \<lib>-source: Packt die Quelldateien aus, damit
      anschließend die Bibliothek gebaut werden kann.
    • \<lib>-clean: Ruft im Bibliotheks-Unterverzeichnis das
      eigene Makefile der Bibliothek mit make clean auf. Das
      Target clean löscht meistens sämtliche generierten Dateien und
      Verzeichnisse, um anschließend sauber neu aufsetzen zu können.
    • \<lib>-dirclean: Löscht das gesamte
      Bibliotheks-Unterverzeichnis. Das ist praktisch, wenn man eine
      neuere Version auspacken und die alte vorher komplett wegräumen
      möchte.
    • \<toolchain>: Baut die Toolchains (Kernel- und
      Target-Toolchain).
    • \<toolchain>-source: Packt die Quelldateien aus, damit
      anschließend die Toolchain gebaut werden kann.
    • \<toolchain>-clean: Ruft im Toolchain-Unterverzeichnis
      das eigene Makefile der Toolchain mit make clean auf. Das
      Target clean löscht meistens sämtliche generierten Dateien und
      Verzeichnisse, um anschließend sauber neu aufsetzen zu können.
    • \<toolchain>-dirclean: Löscht das gesamte
      Toolchain-Unterverzeichnis. Das ist praktisch, wenn man eine
      neuere Version auspacken und die alte vorher komplett wegräumen
      möchte.
    • \<toolchain>-distclean: Löscht im
      Toolchain-Unterverzeichnis das Distributions-Verzeichnis.
  • Im vorigen Schritt kamen noch zwei weitere Targets hinzu, die es
    ermöglichen, zwei zentrale Teile der Firmware noch individueller zu
    gestalten:
    • kernel-menuconfig: Auch der Linux-Kernel hat eine hübsche
      Konfigurationsoberfläche, in der man allerhand einstellen kann.
      Ich halte es persönlich für wenig empfehlenswert, hier etwas zu
      ändern - es sei denn, man kennt sich wirklich gut damit aus. Es
      wird sehr schwierig, im Forum Hilfe zu finden, wenn man einen
      anders konfigurierten Kernel hat als der Rest der Welt.
    • busybox-menuconfig: Auch die Busybox kann man an diversen
      Stellen um Features ergänzen auf Kosten ihrer Größe. Die
      Besitzer der 8-MB-Boxen (z.B. 7170) haben in der Regel noch
      genug Platz, um hier das eine oder andere Feature hinzuzufügen.
      Hier empfehle ich, nichts wegzulassen, was standardmäßig
      enthalten ist, damit auch wieder die Vergleichbarkeit bei
      Diskussionen im Forum da ist. Es bringt nichts, das
      Gunzip-Feature in Tar zu deaktivieren und hinterher dann im
      Forum zu fragen, weshalb ein Gzip-Archiv nicht entpackt werden
      konnte. Hingegen stört es wenig, wenn man zusätzlich Bunzip2
      aktiviert, weil es ja nur ein Zusatz ohne Seiteneffekte (nach
      menschlichem Ermessen) ist.

Sonstige Make-Targets

Direkt im Top-Level-Makefile, also nicht inkludiert, sind weitere
Targets enthalten.

  • Teilweise handelt es sich um Hilfs-Targets, welche man selten
    manuell aufrufen wird, weil sie hauptsächlich zur Verwendung seitens
    übergeordneter Targets gedacht sind. Beispiele hierfür sind config,
    oldconfig, defconfig
    .
  • Desweiteren gibt es das Utility-Target recover, mit welchem
    man eine zerschossene Box wiederbeleben kann (Details würden den
    Rahmen des Artikels sprengen).
  • Dann gibt es noch Sammel-Targets wie sources, precompiled,
    libs, packages-precompiled
    , welche eine ganze Gruppe ähnlich
    lautender oder dem Zweck nach verwandter Sub-Targets aufrufen.
  • Wenn man nur eine Firmware zusammenbauen möchte und alle dafür
    notwendigen Vorarbeiten (Toolchains bauen, make precompiled)
    bereits erledigt sind, kann man das Target firmware benutzen.
    Es baut bei Bedarf noch die Tools (nicht mit den Toolchains zu
    verwechseln) und macht sich dann ans Werk. Am Ende hat man ein
    Firmware-Image im images-Verzeichnis mit dem Namen *.image. Das
    Target wird implizit aufgerufen, wenn mann einfach make aufruft,
    also das Default-Target baut. Übrigens erledigt das Skript fwmod
    im Wurzelverzeichnis die ganze Arbeit des Firmware-Bauens. Es ist
    sicher interessant, sich dieses Skript mal im Detail anzusehen, wenn
    man wissen möchte, was da so alles passiert.

So, ich hoffe, dieser Artikel bringt dem einen oder anderen Modder
etwas. Diskussionen, Feedback, Korrekturen hierzu sind wie immer
willkommen und können im zugehörigen
Forums-Thread
eingebracht werden.

Alexander Kriegisch
(kriegaex)
\
Überarbeitet von Oliver Metz